Expertentipps für Räume, in denen Kinder lernen, entspannen und spielen wollen
Ganztagsschulen gewinnen in der Bildungslandschaft zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um verlängerte Unterrichtszeiten – Ganztag ist Lebensraum. Ein Raum, in dem Kinder den Großteil ihres Tages verbringen: zum Lernen, zur Erholung, zum Spielen und zur freien Entfaltung. Doch wie kann man diesen Raum so gestalten, dass er all diesen Anforderungen gerecht wird?
Das Team von Möbelwerk Niesky, Spezialist für Schulmöbel und ganzheitliche Raumlösungen, gibt praxisnahe Tipps aus erster Hand. Alle Empfehlungen basieren auf realen Erfahrungen aus Schulen – aus der Praxis für die Praxis.
1. Es gibt nicht den einen Raum – aber eine kluge Zonierung
Tipp vom Experten: „Suchen Sie nicht nach der einen perfekten Lösung. Ganztag bedeutet Vielfalt – jedes Bedürfnis braucht seinen eigenen Raum.“
Im Laufe eines Ganztagsschultages verändern sich die Bedürfnisse der Kinder: Konzentration am Vormittag, Bewegung in der Pause, Ruhe nach dem Essen, Kreativität am Nachmittag. Kein einzelner Raum kann all das gleichzeitig leisten. Deshalb ist eine durchdachte Zonierung entscheidend. Dabei geht es nicht zwingend um Wände – bereits Licht, Farben, Materialien und Möbelanordnung schaffen klare Strukturen.
Eine gut gestaltete Umgebung bietet:
- Rückzugsbereiche,
- Spielzonen
- Essplätze
- Kreativräume.
Diese Vielfalt fördert die Selbstregulation der Kinder: Sie wählen selbst, was sie gerade brauchen – Ruhe, Austausch oder Aktivität. So entsteht ein dynamisches, kindgerechtes Miteinander. Auch im Sinne der Inklusion sind solche Zonen hilfreich, da sie auf unterschiedliche Temperamente und Reize reagieren. Manche Kinder suchen die Stille, andere den Dialog – und der Raum kann beides leisten.
Darüber hinaus wirkt sich eine klare Zonierung positiv auf die Übersichtlichkeit und Struktur im Schulalltag aus. Lehr- und Betreuungspersonal gewinnen durch diese Ordnung an Orientierung und können Kinder gezielter begleiten. Eine gut strukturierte Umgebung reduziert Stress und Unsicherheit, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Besonders in turbulenten Phasen des Tages wirkt eine bewusste Raumgliederung beruhigend und stabilisierend.
2. Betreuung ist nicht Unterricht – das sieht man am Raum
Tipp vom Experten: „Je leichter Möbel sich anpassen, desto besser funktionieren sie im Alltag.“
Viele Räume in Ganztagsschulen wirken wie Unterrichtsräume – mit Frontalbestuhlung, Tafeln und einem klaren Fokus. Doch gerade in der Nachmittagsbetreuung braucht es einen bewussten Bruch mit dieser Lernumgebung. Warme Farben, runde Formen, lockere Sitzmöglichkeiten und gemütliche Ecken helfen dabei, ein anderes Gefühl zu erzeugen – eines, das Entspannung erlaubt.
Diese Unterscheidung ist essenziell für das emotionale Gleichgewicht. Kinder nehmen Räume sehr sensibel wahr. Ein Raum, der sich bewusst vom Klassenraum abgrenzt, signalisiert: Hier darfst du du selbst sein. Hier ist Freizeit. Hier kannst du dich entspannen, spielen oder einfach nur in Ruhe sein. Diese emotionale Entkopplung vom Lernen hilft nicht nur bei der Regeneration, sondern fördert auch die Motivation.
Ein gemütlicher Raum vermittelt Geborgenheit. Kinder, die sich wohlfühlen, zeigen seltener auffälliges Verhalten, sind ausgeglichener und kooperativer. Auch das soziale Miteinander profitiert: Statt Konkurrenz und Leistungsdruck entstehen Gespräche, Lachen, gemeinsame Spiele. Kurz: Das Klima ändert sich. Und genau das braucht es, um dem Bildungsauftrag im Ganztag gerecht zu werden.
3. Flexibilität ist Gold wert – Möbel müssen mitdenken
Tipp vom Experten: „Je leichter Möbel sich anpassen, desto besser funktionieren sie im Alltag.“
Ganztag braucht bewegliche Lösungen. Denn Räume müssen oft mehrfach genutzt werden. Folgende Möbelkonzepte haben sich in der Praxis bewährt:
- Spaceflex-Klapptisch: platzsparend an die Wand stellbar,
- Tischsystem Zalotti: flexibel kombinierbar und leicht verschiebbar,
- Möbel auf Rollen: für schnelle Umgestaltung.
Diese wandelbaren Möbel fördern nicht nur die Effizienz, sondern auch die Selbstständigkeit. Kinder können eigenständig umstellen, umbauen, umfunktionieren – und lernen dabei Verantwortung für ihre Umgebung zu übernehmen. Das stärkt soziale Kompetenzen und macht den Raum zu ihrem Raum. Für Schulen mit wenig Fläche bedeutet das außerdem: Weniger ist mehr, wenn es richtig gedacht ist.
Zudem sind flexible Möbel wirtschaftlich sinnvoll. Anstatt für jede Aktivität separate Räume oder Ausstattungen bereitzuhalten, kann durch intelligentes Mobiliar die Nutzung maximiert werden. Das senkt Kosten, erhöht die Effizienz und passt sich dynamischen Anforderungen an – sei es für Projekttage, AGs oder Elternabende.
4. Rückzugsorte sind genauso wichtig wie Tafel und Stuhl
Tipp vom Experten: „Man braucht nicht immer ein Extra-Zimmer für Ruhe. Oft reicht ein gut gestalteter Winkel.“
In einem turbulenten Ganztagsalltag ist Ruhe keine Nebensache – sondern eine Notwendigkeit. Gerade empfindsamere Kinder brauchen Orte, an denen sie abschalten können. Doch nicht jede Schule hat extra Räume dafür. Umso wichtiger ist es, auch kleine Nischen zu nutzen – in Treppenhäusern, Fluren oder unter der Treppe.
Mit Podesten, Chilloutbags, Akustikmöbeln oder hohen Sofarücken lassen sich solche Mini-Oasen gestalten. Ein harmonisches Farbkonzept und akustische Dämpfung runden das Ambiente ab. Diese Rückzugsorte wirken wie sichere Häfen im Alltag – hier kann man Energie tanken, sich beruhigen oder einfach für sich sein. Auch für Gespräche unter vier Augen bieten solche Orte eine ideale Atmosphäre.
Psychologisch betrachtet bieten diese Orte eine Form von Selbstschutz. Kinder lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und für sich einzustehen: “Ich brauche jetzt eine Pause.” Das fördert die Selbstwahrnehmung und Resilienz. Und genau das brauchen Kinder in einer Welt, die immer schneller wird.
5. Materialien machen Stimmung – und halten länger
Tipp vom Experten: „Wählen Sie Materialien mit Sorgfalt – sie prägen den Raum und die Atmosphäre.“
Die Wahl der Materialien beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch: – die Raumakustik, – das taktile Erleben, – die Robustheit und Pflegeleichtigkeit.
Möbelwerk Niesky setzt z. B. auf Linoleum, das schallabsorbierend, langlebig und angenehm natürlich wirkt. Auch Massivholz wird in vielen Möbeln verarbeitet – es schafft Wärme, wirkt beruhigend und passt perfekt in eine nachhaltige Lernumgebung.
Dank einer großen Auswahl an Farben und Dekoren können Räume zudem emotional gesteuert werden: Aktivierende Farben im Kreativbereich, beruhigende Töne in der Ruhezone. So wird Gestaltung zum pädagogischen Werkzeug – unauffällig, aber wirkungsvoll. Und: Hochwertige Materialien lohnen sich auch wirtschaftlich. Sie halten länger, sind pflegeleicht und sparen über die Jahre hinweg Ressourcen.
Zudem hinterlassen natürliche Materialien bei Kindern bleibende Eindrücke. Sie regen Sinne an, wirken einladend und bringen Naturverbundenheit ins Schulhaus. In einer zunehmend digitalen Welt gewinnen solche Qualitäten an Bedeutung – auch für die emotionale Entwicklung.
6. Was Kinder wirklich wollen: Erkenntnisse aus dem Alltag
Tipp vom Experten: „Die besten Raumideen kommen aus der Praxis – Kinder zeigen, was sie brauchen.“
Der erste Wunsch vieler Schulen: ein Schülerrestaurant. Mehr als nur Mensa – es wird zum Treffpunkt, Ort für Gespräche, Spielplatz in der Pause. Auch Kreativräume, in denen Arbeiten liegen bleiben dürfen, sind gefragter denn je. Sie fördern konzentriertes, freies Arbeiten ohne Unterbrechung. Hier wird gemalt, gebaut, experimentiert – mit Begeisterung und Ausdauer.
Besonders beliebt:
- Lesepodeste
- modulare Kuschelecken
- flexible Lernecken mit Kissen und Tischen.
Diese multifunktionalen Lösungen verbinden Lernen und Wohlfühlen – genau das, was Ganztag leisten muss. Was wir daraus lernen: Gute Räume entstehen nicht allein am Reissbrett, sondern im Dialog mit denen, die sie nutzen.
Fazit: Räume sind der stille Pädagoge
Ein Raum spricht, bevor jemand ein Wort sagt. Er kann entspannen oder stressen, inspirieren oder hemmen. In Ganztagsschulen ist der Raum der dritte Pädagoge – neben Lehrkraft und Mitschüler:innen. Und genau deshalb sollte man ihm Beachtung schenken.
Mit den richtigen Möbeln, intelligenten Zonierungen und einem echten Blick für Kinderbedürfnisse lassen sich Orte schaffen, die funktionieren – und geliebt werden. Ganztag kann mehr sein als Betreuung. Ganztag kann Heimat sein.