Persönliche Beratung: 03621 – 7366330

Service & Bestell-Hotline: 03621 – 7366330

PAYPAL, KLARNA, RATENZAHLUNG UND RECHNUNG

Ratgeber · Kindergarten

Philosophieren mit Kindern: Methoden & Ideen für die Kita

Große Fragen haben in der Kita ihren Platz. Kinder brauchen dafür keine fertigen Antworten. Entscheidend ist, dass sie eigene Gedanken entwickeln und...

18 Min. Lesezeit Aktualisiert am 06.11.2026
Philosophieren mit Kindern: Methoden & Ideen für die Kita
Praxisnah geplantWissen, Produktauswahl und Beratung sinnvoll verbinden
Greifen Sie Fragen aus dem Kita-Alltag auf und geben Sie Kindern Zeit, eigene Gedanken zu entwickeln.
Bitten Sie Kinder, ihre Sichtweisen mit Beispielen oder Gründen zu erläutern.
Nutzen Sie Fragen zu Wirklichkeit und Wissen, um Beobachtungen und Vermutungen auseinanderzuhalten.

Große Fragen haben in der Kita ihren Platz. Kinder brauchen dafür keine fertigen Antworten. Entscheidend ist, dass sie eigene Gedanken entwickeln und gemeinsam prüfen können. Ein überraschender Fund, eine Szene aus einem Bilderbuch oder eine Situation im Gruppenalltag kann ein Gespräch anstoßen, das über den ersten Eindruck hinausführt.

Für pädagogische Fachkräfte besteht die Herausforderung oft darin, solche Momente aufzugreifen, ohne das Gespräch in eine Wissensabfrage zu verwandeln. Eine offene Frage macht unterschiedliche Sichtweisen sichtbar. Zugleich braucht es eine ruhige Gesprächsführung, die jedem Kind Zeit lässt und Beiträge miteinander verknüpft. So wird aus einem spontanen Impuls eine Gelegenheit, genauer hinzusehen und zuzuhören.

Dieser Beitrag erklärt, was hinter solchen Gesprächen steckt und wie sie sich in der frühkindlichen Bildung einordnen lassen. Sie erfahren, wie sich Fragen zu Wirklichkeit und Wissen kindgerecht aufgreifen lassen, warum selbstständiges Denken wichtig ist und wie ein sokratisches Gespräch gelingt. Beispiele aus dem Kita-Alltag zeigen, worauf es bei Fragen, Gesprächsimpulsen und offenen Antworten ankommt. So können Sie einschätzen, welche Zugänge zu Ihrer Gruppe und ihrem Alltag passen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Greifen Sie Fragen aus dem Kita-Alltag auf und geben Sie Kindern Zeit, eigene Gedanken zu entwickeln.
  • Bitten Sie Kinder, ihre Sichtweisen mit Beispielen oder Gründen zu erläutern.
  • Nutzen Sie Fragen zu Wirklichkeit und Wissen, um Beobachtungen und Vermutungen auseinanderzuhalten.
  • Lassen Sie verschiedene Antworten nebeneinanderstehen, statt vorschnell eine Lösung vorzugeben.
  • Gestalten Sie Gesprächsgelegenheiten passend zu den Räumen, Materialien und Abläufen Ihrer Kita.

Was bedeutet philosophieren?

Grundlegende Fragen lassen sich erkunden, indem Menschen Begriffe klären, Gründe prüfen und eigene Antworten entwickeln. Ein Gespräch über eine Regel kann in der Kita zeigen, wie Kinder Bedeutungen vergleichen und ihre Gedanken ordnen.

Begriff und Bedeutung

Philosophie befasst sich mit dem Menschen, der Welt sowie Fragen der Logik, Ethik, Religion und Wissenschaft. Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Im Alltag zeigt sich philosophisches Denken deshalb nicht an einer bestimmten Antwort, sondern daran, dass eine Frage gemeinsam geprüft wird. Fragt ein Kind etwa, ob Teilen immer gerecht ist, kann die Gruppe klären, was „teilen“ bedeutet und welche Beispiele dafür oder dagegen sprechen.

Der Begriff Philosophie bedeutet ungefähr „Liebe zur Weisheit“. Gemeint ist der Versuch, das eigene Verständnis der Welt und des Lebens durch Nachdenken zu vertiefen. In der Kita kann ein Gespräch bei einer konkreten Situation beginnen: Ein Kind fragt, warum man sich entschuldigen soll. Gemeinsam lässt sich überlegen, was eine Entschuldigung ausdrückt und ob sie eine verletzende Handlung wiedergutmacht.

Auch Schule und Forschung beschäftigen sich mit solchen Fragen, doch sie entstehen ebenso im Alltag. Eine kurze Reflexion kann beginnen, wenn Kinder unterschiedliche Erklärungen für ein Erlebnis anbieten. Die pädagogische Fachkraft hilft, die Gedanken zu ordnen: Welche Aussage beschreibt eine Beobachtung? Welche ist eine Vermutung? Und welcher Grund stützt die jeweilige Antwort?

Herkunft und Geschichte des Begriffs

Das Wort „Philosophie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet etwa „Liebe zur Weisheit“. Das Verb „philosophieren“ erscheint erstmals beim Historiker Herodot, der von 484 bis 425 v. Chr. lebte. Die Herkunft verweist auf das Streben nach Einsicht. Für Kinder wird das greifbar, wenn sie nicht nur eine Meinung äußern, sondern auch erkunden, wie sie zu dieser Einschätzung gelangen.

Aristoteles beschrieb Staunen als Auslöser für das Nachdenken über grundlegende Fragen. Ein ungewöhnlicher Fund, etwa eine Feder auf dem Kita-Hof, kann Fragen aufwerfen: Woher kommt sie, und was lässt sich daraus schließen? Kinder bringen Beobachtungen ein und vergleichen ihre Erklärungen. So wird aus einem überraschenden Moment eine kleine gedankliche Untersuchung.

Analytische Begriffs- und Argumentationsarbeit

Begriffsarbeit klärt, was zentrale Wörter einer Frage bedeuten. Argumentationsarbeit prüft die dafür genannten Gründe. Bei der Frage „Ist es mutig, Angst zu haben?“ können Kinder zunächst beschreiben, was Mut für sie bedeutet. Dann betrachten sie ein Beispiel: Ein Kind fürchtet sich am ersten Kita-Tag, betritt aber trotzdem den Gruppenraum. So lässt sich genauer bestimmen, was Mut sein kann.

Eine einfache Gesprächsfolge lautet: Aussage nennen, nach dem Grund fragen, ein Beispiel prüfen. Behauptet ein Kind, Regeln seien immer notwendig, kann die Gruppe nach einem passenden Grund suchen. Ein anderes Kind könnte eine Situation schildern, in der eine Regel unfair wirkt. So wird deutlich, dass starke Wörter wie „immer“ geprüft werden müssen. Anschließend können Kinder ihre Gedanken präzisieren oder überarbeiten.

Was ist Philosophieren mit Kindern?

Mit Kindern zu philosophieren bedeutet, ihre Fragen ernst zu nehmen und gemeinsam über mögliche Antworten nachzudenken. Geeignet sind offene Fragen wie „Wie leben wir?“, „Ist es gut so, wie wir leben?“ und „Wie können wir besser zusammenleben?“ Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie nennt solche Fragen als passende Gesprächsimpulse.

Philosophieren als Lebenskunst und Selbstbestimmung

Als Lebenskunst unterstützt Philosophieren Kinder dabei, eigene Werte zu entdecken und bewusster zu entscheiden. In der Kita kann ein Gespräch an eine Alltagssituation anknüpfen: Ein Kind möchte allein spielen, während ein anderes Gesellschaft sucht. Die Gruppe kann überlegen, welche Wünsche wichtig sind und wie sie sich miteinander vereinbaren lassen.

Selbstbestimmung bedeutet nicht, dass jedes Kind immer seinen Willen durchsetzt. Sie wächst, wenn Kinder ihre Bedürfnisse ausdrücken, andere Perspektiven wahrnehmen und Folgen bedenken. Fragen wie „Was ist mir wichtig?“ oder „Was braucht mein Gegenüber?“ verknüpfen persönliche Erlebnisse mit gemeinsamen Regeln. So kann Nachdenken im Alltag Orientierung geben.

Denkfähigkeiten und Selbstreflexion

Beim gemeinsamen Denken üben Kinder, Beobachtungen von Vermutungen zu unterscheiden und eigene Ansichten zu überprüfen. Nach einer Geschichte, in der eine Figur ein Versprechen nicht hält, kann die Gruppe fragen: „Warum hat sie das getan?“ und „Wie fühlt sich die andere Figur?“ Die Kinder achten auf Hinweise in der Geschichte und vergleichen sie mit eigenen Erlebnissen.

Selbstreflexion entsteht, wenn ein Kind die eigenen Gründe betrachtet und eine frühere Einschätzung verändert. Die Gesprächsleitung kann dazu fragen: „Was hat dich überzeugt?“ oder „Gibt es ein Beispiel, das dagegen spricht?“ Solche Fragen helfen Kindern, ihre Gedanken verständlich zu machen. Zugleich zeigen sie, dass sich Antworten weiterentwickeln dürfen, wenn neue Informationen oder Erfahrungen dazukommen.

Selbstständiges Denken

Selbstständig zu denken heißt, eine eigene Antwort zu entwickeln, statt eine fertige Meinung nachzusprechen. An einem Bild ohne eindeutige Erklärung können Kinder unterschiedliche Deutungen ausprobieren. Ein Kind sieht vielleicht einen Abschied, ein anderes einen Neuanfang. Die Gesprächsleitung fragt nach den Details, die zu diesen Sichtweisen geführt haben, ohne eine davon vorab als richtig einzustufen.

Die Universität Oldenburg stellt beim Philosophieren mit Kindern das Einüben eigenen Denkens in den Vordergrund, nicht das Nachahmen fertiger Denkergebnisse. Für den Kita-Alltag bedeutet das: Fragen öffnen einen Denkraum und sind keine Prüfung mit vorab festgelegter Lösung. Kinder können zuhören, widersprechen und ihre Gedanken verändern. Erwachsene begleiten den Prozess, indem sie nach Gründen fragen und unterschiedliche Antworten nebeneinanderstehen lassen.

Eine kurze Gesprächsfolge gibt Orientierung: Greifen Sie eine Frage aus einem Erlebnis oder einer Geschichte auf, sammeln Sie erste Gedanken und fragen Sie anschließend nach Beispielen oder anderen Sichtweisen. So bleibt das Gespräch in den Erfahrungen der Kinder verankert. Es entwickelt sich aus ihrem Staunen und führt zu neuen Fragen, statt nur vorgegebene Inhalte abzufragen.

Metaphysik und Erkenntnistheorie

Die Metaphysik fragt nach Wirklichkeit, Sein und dem Anfang der Dinge. Die Erkenntnistheorie untersucht, wie wir etwas wissen und verstehen können. Beide Bereiche lassen sich anhand von Beobachtungen aus dem Kita-Alltag erkunden, ohne schwierige Fachbegriffe vorauszusetzen.

Eine metaphysische Frage beschäftigt sich damit, was wirklich existiert oder sich verändert. Beim Betrachten eines Schattens könnte ein Kind fragen: „Ist der Schatten ein Ding?“ Die Gruppe kann beschreiben, was sie sieht, und überlegen, ob ein Schatten ohne Gegenstand bestehen kann. Dabei geht es nicht um eine einzige erwartete Antwort. Wichtig ist, dass Kinder unterschiedliche Gedanken entwickeln und erklären, was sie darunter verstehen.

Auch Fragen nach Anfang und Ende berühren metaphysische Themen. Beim Beobachten eines Samenkorns können Kinder überlegen: „War die Pflanze schon im Samen?“ Im Gespräch lassen sich das sichtbare Korn, der spätere Keim und die Vorstellung einer Pflanze voneinander unterscheiden. Sprache hilft, Gedanken genauer auszudrücken. Begriffe wie „wachsen“, „beginnen“ und „verändern“ können für Kinder Unterschiedliches bedeuten.

Die Erkenntnistheorie richtet den Blick darauf, wie Menschen zu Wissen gelangen. Ein konkreter Ausgangspunkt kann ein Geräusch hinter einer geschlossenen Tür sein. Kinder überlegen, ob sie wissen, wer dort ist, oder es nur vermuten. Dann sammeln sie mögliche Hinweise: Sie haben Schritte gehört, aber niemanden gesehen. So wird verständlich, dass ein Gedanke plausibel wirken kann, ohne sicher zu sein.

Für diese Untersuchung können Sie gemeinsam drei Fragen verfolgen: Was haben wir wahrgenommen? Was schließen wir daraus? Welche andere Erklärung passt ebenfalls? Hören Kinder etwa Regen am Fenster, könnten sie zunächst an einen Wasserhahn denken. Ein Blick nach draußen liefert einen weiteren Hinweis. Die Gruppe vergleicht Beobachtung und Schlussfolgerung und übt, beide logisch auseinanderzuhalten.

Ein weiteres Beispiel ist eine Bildkarte mit einem teilweise verdeckten Gegenstand. Ein Kind erkennt vielleicht einen Ball, ein anderes eine Frucht. Fragen Sie, welche sichtbaren Merkmale die jeweilige Vermutung stützen. Anschließend können die Kinder benennen, welche Information noch fehlt. Der Austausch zeigt: Sehen ist eine Quelle des Wissens, doch bei eingeschränkter Sicht bleiben Deutungen offen.

Auch Erinnerungen lassen sich erkunden. Erzählt ein Kind von einem Ausflug, können andere fragen, woran es sich selbst erinnert und was es erst später erfahren hat. Erwachsene sollten nicht jede Aussage vorschnell bewerten. Hilfreicher ist eine genaue Nachfrage: „Hast du das selbst gesehen oder hat es dir jemand erzählt?“ So unterscheiden Kinder eigene Wahrnehmungen von übernommenen Informationen.

Der Philosoph Martin Heidegger veröffentlichte seine „Einführung in die Metaphysik“ 1935. Für Kinder braucht es jedoch keine Lektüre dieses Werks. Eine Feder, ein Schatten oder ein Geräusch kann genügen, um Fragen über Wirklichkeit und Wissen anzustoßen. Entscheidend ist, Begriffe gemeinsam zu klären, Hinweise zu sammeln und die eigenen Erklärungen erneut zu betrachten.

Philosophieren mit Kindern: Methoden & Ideen für die Kita

Philosophieren in der frühkindlichen Bildung

In der Kita lässt sich Philosophieren mit Erlebnissen, Bilderbüchern und Beobachtungen verknüpfen. Eine passende Methode beginnt mit einer Frage, die Kinder wirklich beschäftigt. Die Fachkraft hört zunächst zu und sammelt verschiedene Gedanken. Danach hilft sie der Gruppe, Beispiele zu vergleichen und neue Fragen zu entwickeln. So wird das Gespräch zum gemeinsamen Denkprozess statt zur Abfrage vorgegebener Inhalte.

Die Geschichte dieses Ansatzes reicht weiter zurück als heutige Kita-Konzepte. Reformpädagoginnen und Reformpädagogen beschäftigten sich in den 1920er-Jahren eingehender damit, jüngere Kinder zum Nachdenken über Grundfragen anzuregen. In den 1930er-Jahren folgerte der Biologe Jean Piaget aus seinen empirischen Studien, jüngere Kinder könnten keine philosophischen Gedanken fassen. Die entwicklungspsychologische Forschung ging lange davon aus, formales Denken beginne erst mit 11 bis 12 Jahren.

Diese Sichtweise wurde nicht einfach übernommen. In den 1970er-Jahren lebten Ideen zum Philosophieren mit jüngeren Kindern erneut auf. Der US-amerikanische Philosoph Matthew Lipman entwickelte 1974 das erste didaktische Programm „Philosophy for Children“, kurz P4C. Es gab damit einen strukturierten Ansatz, Gespräche anhand von Geschichten und Fragen zu gestalten. Für die frühkindliche Bildung zählt dabei nicht, ein Programm unverändert nachzustellen. Entscheidend ist, den Gesprächsanlass an Sprache, Erfahrungen und Interessen der Kinder anzupassen.

Ein alltagsnaher Dialog kann beim Aufräumen entstehen. Ein Kind fragt, warum alle gemeinsam helfen sollen. Die Fachkraft kann die Frage offenhalten und zunächst verschiedene Antworten sammeln. Danach fragt sie, ob jedes Kind denselben Grund nennt. Ein weiterer Gesprächsanlass ist eine Bilderbuchfigur, die sich ausgeschlossen fühlt. Die Gruppe kann überlegen, woran sich Zugehörigkeit erkennen lässt. Solche Gespräche verknüpfen konkrete Situationen mit Fragen zu Regeln, Gefühlen und Zusammenleben.

Für den Ablauf eignet sich eine überschaubare Folge: Frage aufgreifen, Beiträge anhören, Begriffe klären und nach Begründungen fragen. Anschließend können Kinder prüfen, ob ein Beispiel zu ihrer Erklärung passt. Die Fachkraft begleitet den Prozess, ohne Antworten als richtig oder falsch vorzugeben. Das Gespräch darf mit einer offenen Frage enden. Beim Spielen oder beim Betrachten eines neuen Ereignisses können die Kinder später darauf zurückkommen.

Die Universität Oldenburg entwickelt und reflektiert Praxisangebote gemeinsam mit den Jaspers-Clubs Oldenburg und Bad Zwischenahn. Dort werden Ansätze geplant, durchgeführt, systematisiert und wissenschaftlich betrachtet. Die Forschung untersucht empirische, praxeologische und bildungstheoretische Aspekte sowie philosophische Lernprozesse. Für den Kita-Alltag macht diese Verbindung von Praxis und Reflexion eine wichtige Unterscheidung sichtbar: Ein Gespräch ist nicht allein deshalb philosophisch, weil es ruhig oder ausführlich geführt wird. Es braucht eine offene Frage, eigene Gedanken und einen Dialog, in dem Kinder Gründe erkunden können.

Sokratisches Gespräch und offene Antworten

Ein sokratisches Gespräch entwickelt sich durch Fragen, die Gedanken prüfen, statt fertige Lösungen abzufragen. In der Kita kann ein alltäglicher Konflikt den Anfang bilden. Die Fachkraft begleitet den Austausch, hört aufmerksam zu und fragt nach Gründen. So üben Kinder, eigene Sichtweisen auszudrücken und andere Beiträge in ihre Überlegungen einzubeziehen.

Der Name verweist auf den griechischen Philosophen Sokrates, der ungefähr von 470 bis 399 v. Chr. lebte. Für ein Gespräch mit Kindern zählt nicht, historische Dialoge nachzuspielen. Entscheidend ist die fragende Haltung: Eine Antwort wird zum Anlass für eine weitere Frage. Sagt ein Kind beispielsweise „Das ist ungerecht“, kann die Fachkraft nachfragen, woran es Ungerechtigkeit erkennt.

Eine tragfähige Gesprächsfolge lässt sich anhand einer konkreten Frage erproben: „Darf man ein Versprechen brechen?“ Zuerst sammeln die Kinder Gedanken und Beispiele. Danach klären sie, was ein Versprechen bedeutet. Anschließend prüfen sie verschiedene Aspekte, etwa ob die Situation wichtig ist oder jemand dadurch verletzt wird. Zum Schluss überlegen sie, ob ihre erste Einschätzung noch passt.

Existenzielle Fragen haben keine fertigen, allgemein richtigen Antworten. Das bedeutet nicht, dass jede Aussage gleich gut begründet ist. Die Gruppe kann nach Beispielen fragen und prüfen, ob eine Begründung zur Behauptung passt. Sagt ein Kind, Versprechen dürfe man nie brechen, kann ein anderer Beitrag eine Ausnahme aufzeigen. Die Gesprächsleitung hilft, zwischen einer persönlichen Meinung und einem nachvollziehbaren Grund zu unterscheiden.

Offene Fragen fördern den Austausch, weil sie mehr als ein einzelnes Wort zulassen. Statt „War das nett?“ können Sie fragen: „Was macht eine Handlung freundlich?“ oder „Kann eine freundliche Handlung jemanden trotzdem ärgern?“ Geben Sie den Kindern Zeit zum Nachdenken, bevor die nächsten Beiträge kommen. Eine kurze Pause hilft dabei. Auch Schweigen gehört zum Gespräch und bedeutet nicht automatisch, dass kein Interesse besteht.

Die Fachkraft steuert den Ablauf, ohne die Kinder zu einer gewünschten Antwort hinzuführen. Sie achtet darauf, wer bereits gesprochen hat, und lädt ruhigere Kinder ein, ohne sie zum Reden zu drängen. Bei unterschiedlichen Ansichten kann sie beide Beiträge zusammenfassen und nach Gemeinsamkeiten oder Unterschieden fragen. So entsteht ein Gespräch, in dem Widerspruch möglich ist und niemand persönlich abgewertet wird.

Eine Frage muss nicht in einer Sitzung abgeschlossen werden. Wenn Kinder etwa über Mut sprechen, kann die Gruppe später beim Betrachten einer Figur erneut überlegen, ob sie mutig handelt. So knüpft ein neuer Anlass an frühere Gedanken an. Gesprächskreise mit gut sichtbarem Bildmaterial oder einer vorgelesenen kurzen Geschichte bieten einen gemeinsamen Bezugspunkt. Entdecken Sie passende Kita-Möbel für Gesprächsrunden, in denen Kinder einander gut zuhören können.

Kigata

Kigata unterstützt Kitas dabei, Räume für Gespräche, gemeinsames Entdecken und selbstständiges Lernen zu gestalten. Wenn Sie Ihre Räume passend ausstatten möchten, können Kita-Möbel und pädagogisches Spielzeug den Alltag ergänzen. Welche Auswahl sinnvoll ist, hängt davon ab, wie Ihre Kindergruppe den Raum nutzt und welche Aktivitäten dort stattfinden.

Ein klar gestalteter Gesprächsbereich kann Kindern helfen, einander zuzuhören und sich auf gemeinsame Fragen einzulassen. Kigata bietet persönliche Fachberatung zur Auswahl von Möbeln und Ausstattung für Kitas. Besprechen Sie Ihre Vorstellungen und den Bedarf Ihrer Einrichtung mit Kigata.

Geben Sie großen Fragen Raum im Kita-Alltag

Wählen Sie für den nächsten Gesprächsanlass eine Frage, die aus dem Erleben der Kinder entsteht. Ein Streit ums Teilen, ein Fundstück im Garten oder eine Figur aus einem Bilderbuch kann den Anfang bilden. Halten Sie die Frage offen und lassen Sie verschiedene Gedanken nebeneinanderstehen. So wird Philosophieren zu einer wiederkehrenden Möglichkeit, den Alltag gemeinsam zu betrachten, statt zu einer besonderen Unterrichtseinheit.

Auch die Umgebung kann solche Begegnungen unterstützen. Ein übersichtlicher Sitzbereich, Materialien zum gemeinsamen Erkunden oder ein Außenbereich mit interessanten Beobachtungsmöglichkeiten schaffen Anlässe für Gespräche. Kigata bietet Kita-Möbel, pädagogisches Spielzeug und Spielplatzgeräte, die Sie passend zu den räumlichen Bedingungen und pädagogischen Vorhaben Ihrer Einrichtung auswählen können.

Überlegen Sie, welche Fragen bei Ihren Kindern gerade auftauchen und welche Ausstattung Ihre Gespräche im Alltag sinnvoll begleiten könnte. Kontaktieren Sie Kigata, um Ihre Überlegungen zur Kita-Ausstattung zu besprechen. Jeder offene Gedanke kann ein guter Anfang für gemeinsames Entdecken sein.

Häufige Fragen

Wann beginnt man zu philosophieren?

Philosophieren kann beginnen, sobald ein Kind über eine Alltagssituation staunt oder nach Gründen fragt. Ein Fundstück im Garten könnte zum Beispiel die Frage aufwerfen, wem es gehört. Greifen Sie den Gedanken auf, wenn das Kind Interesse zeigt, und lassen Sie es erzählen, was es vermutet. Ein bestimmtes Alter oder ein geplanter Unterrichtsbeginn ist dafür nicht nötig. Auch ein kurzes Gespräch kann einen Denkprozess anstoßen.

Was bringt Philosophieren in der Grundschule?

In der Grundschule bietet es Raum, eigene Überlegungen zu entwickeln und Standpunkte zu prüfen. Die Universität Oldenburg beschreibt das Einüben einer kritischen Haltung und selbstständigen Denkens als Ziel des Philosophierens mit Kindern. Im Unterricht kann eine Frage zu einer Geschichte verschiedene Deutungen sichtbar machen. Kinder üben, ihre Gedanken zu erläutern, anderen zuzuhören und einen Einwand zu berücksichtigen, bevor sie ihre Einschätzung beibehalten oder verändern.

Was tut man beim Philosophieren?

Beim Philosophieren wird eine Frage gemeinsam untersucht, statt eine vorgegebene Lösung abzurufen. Nehmen Sie etwa die Frage, ob ein Versprechen immer gehalten werden muss. Kinder können Situationen aus Geschichten oder dem Kita-Alltag einbringen und unterschiedliche Gründe betrachten. Die Gesprächsleitung fasst Beiträge zusammen und fragt nach, wenn Begriffe unklar sind. So wird sichtbar, welche Annahmen hinter einer Antwort stehen und ob ein neues Beispiel die Sicht verändert.

Was bedeutet „philosophieren“?

„Philosophieren“ bedeutet, grundlegende Fragen über Menschen, die Welt und das Zusammenleben durch eigenes Nachdenken zu erkunden. Es geht nicht nur darum, Wissen wiederzugeben. Wer sich fragt, ob eine Entscheidung fair war, kann zunächst klären, was „fair“ in dieser Situation bedeutet. Danach lassen sich verschiedene Gründe und Sichtweisen betrachten. Der Begriff beschreibt eine Tätigkeit des Fragens, Prüfens und Weiterdenkens, die auch an konkrete Erlebnisse anknüpft.

Wie führt man ein philosophisches Gespräch?

Beginnen Sie mit einer offenen Frage, die an einen konkreten Anlass anknüpft, etwa an eine Szene aus einem Bilderbuch. Geben Sie den Kindern Zeit für erste Gedanken und fragen Sie anschließend nach Beispielen oder Gründen. Greifen Sie unterschiedliche Beiträge auf, ohne sie sofort zu bewerten. Wenn das Gespräch ins Stocken gerät, beschreiben Sie den Ausgangspunkt noch einmal oder stellen Sie eine weitere Frage. Beenden Sie den Austausch mit einem Gedanken, an den die Gruppe später anknüpfen kann.

Welche bekannten Philosophinnen und Philosophen sollte man kennen?

Zu den bekannten Philosophinnen und Philosophen zählen Sokrates, Aristoteles, Karl Marx, Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein und Albert Camus. Auch Matthew Lipman entwickelte ein Programm zum Philosophieren mit Kindern.

Was ist der Unterschied zwischen Philosophieren und wissenschaftlichem Arbeiten?

Philosophieren klärt Begriffe, prüft Gründe und entwickelt eigene Antworten. Auch wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit grundlegenden Fragen. Ob Philosophie als Wissenschaft gelten sollte, ist umstritten.

Welche Bücher und Podcasts eignen sich als Einstieg ins Philosophieren?

Als Einstieg eignen sich „Die philosophische Hintertreppe“, die 32 große Philosophen in Alltag und Denken behandelt, und „Einführung in die Philosophie“, ein Buch mit zwölf Radiovorträgen.

Artikel von

Kigata

Unterstützung bei der Auswahl

Beratung zu passenden Produkten

Wir unterstützen Sie bei Produktauswahl, Angebot und Ausstattung Ihrer Einrichtung.

Transparente Versandkosten

Transparente Transport- und Verpackungskosten sichtbar im Checkout. Teilweise Kostenlos

Rechnungskauf & Ratenzahlung

Kauf auf Rechnung mit Zahlungsziel 30 Tage oder bequem in Raten

2% Skonto

Bei Zahlung mit Vorkasse 2% Skonto

100% Sicher Einkaufen

Verschlüsselt und sicher einkaufen!

Vertrag widerrufen